Aktualisiert am 28.10.2026 von Christian Költringer. Aussagen zu Gesundheit und Entwicklung mit Quellen am Ende des Beitrags.
Der Schnuller ist weg, und Dein Kind weint, schläft schlecht und ist gereizt. Durchatmen: Das gehört zum Abschied von einer lieben Gewohnheit. Rechne mit drei bis fünf unruhigen Nächten. Meist ist nach ein bis zwei Wochen alles vorbei, und die schwersten Nächte kommen oft nicht gleich am Anfang.
Hier erfährst Du, welche Entzugserscheinungen beim Schnullerabgewöhnen typisch sind, wie lange sie dauern und was in jeder Lage hilft. Mit dem Nacht-Kompass bekommst Du in einer Minute Deinen Plan für heute Nacht.
In diesem Beitrag bekommst Du:
- die fünf häufigsten Entzugserscheinungen und was jeweils hilft
- wie lange die Umstellung dauert, Tag für Tag
- den Nacht-Kompass mit Sätzen zum Nachsprechen und einem Nachtplan zum Ausdrucken
- wann eine Pause besser ist und wann Du die Kinderärztin fragst
Hi, ich bin Christian. Ich habe die Entzugserscheinungen zweimal miterlebt: bei unserem Sohn mit zweieinhalb Jahren und bei unserer Tochter mit viereinhalb, nach drei gescheiterten Versuchen. Ich kenne die Nächte, in denen Du am Bett sitzt, eine kleine Hand hältst und Dich fragst, ob Du gerade das Richtige tust.
Ich bin kein Arzt. Aussagen zu Gesundheit und Entwicklung stützen sich auf Fachstellen wie Kinderärzte und Zahnärzte, die Quellen stehen am Ende. Der Rest ist das, was meine Frau und ich selbst erlebt und was ich für mein Buch „Der große Schnuller-Guide“ zusammengetragen habe.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Weinen, unruhige Nächte, Wut und Klammern sind nach dem Abschied vom Schnuller normal. Dein Kind trauert um eine Gewohnheit, süchtig ist es nicht.
- Rechne mit drei bis fünf unruhigen Nächten, oft zwischen dem dritten und fünften Tag. Meist ist nach ein bis zwei Wochen alles vorbei.
- Was hilft: ein gleiches Abendritual, ein Kuscheltier, viel Nähe und immer dieselben ruhigen Worte.
- Ist Dein Kind krank oder hat Fieber, darf der Schnuller zurück. Danach startet Ihr neu.
- Hält die Unruhe länger als zwei Wochen an oder bist Du am Ende Deiner Kräfte, ist eine Pause erlaubt.
- Ein Trauma durch das Abgewöhnen ist nicht belegt. Schaden können Druck und Strafen. Tränen gehören zum Abschied. Mehr dazu
- Schreit Dein Kind gerade, spring direkt zum Nacht-Kompass.

Genervt vom Schnuller?
Lies das Buch „Mäxchen & der magische Schnuller“ und hilf Deinem Kind, den Schnuller abzugeben. Ohne Druck und auf liebevolle Art.
Sind das wirklich Entzugserscheinungen?
Eltern nennen es Entzugserscheinungen, und jeder versteht sofort, was gemeint ist. Mit einer Sucht hat es aber nichts zu tun. Der Schnuller war für Dein Kind ein Tröster, eine Einschlafhilfe und ein Stück Sicherheit. Fällt er weg, fehlt diese Sicherheit für eine Weile.
Je länger Dein Kind genuckelt hat, desto fester sitzt die Gewohnheit. Plane deshalb ruhig ein paar Tränen und Diskussionen mehr ein.
Dr. Andrea Thumeyer von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Hessen rät zu einem Vorgehen in Schritten: erst vorbereiten, dann die Schnullerzeit reduzieren1. Am schwersten sind meist die Nächte, denn dort fehlt der Schnuller am meisten.
So lange dauern die Entzugserscheinungen: Tag für Tag
Die ersten zwei Wochen ohne Schnuller
- Tag 1 bis 2Dein Kind sucht, fragt und testet
- Tag 3 bis 5Die härtesten Tage: Tränen, Wut, Verhandeln
- Tag 6 bis 14Die Nächte werden ruhiger
- Ab Woche 3Der Schnuller ist meist kein Thema mehr
In den ersten zwei Tagen merkt Dein Kind, dass etwas fehlt. Es sucht, fragt nach und testet, ob Ihr es ernst meint. Zwischen dem dritten und fünften Tag kommt oft der Tiefpunkt: Jetzt versteht Dein Kind, dass der Schnuller nicht zurückkommt. Plan diese Tage bewusst ein, mit wenig Terminen, viel Kuschelzeit und Lieblingsessen.
Die heftigste Phase dauert zum Glück nur kurz. Dr. Thumeyer sagt, dass ein Kind beim Abschied vom Schnuller maximal drei Tage lang besonders intensiv seine Eltern braucht1.
Das ist ein Erfahrungswert aus der Praxis, keine Studie. Rechne deshalb lieber mit drei bis fünf unruhigen Nächten und freu Dich, wenn es schneller geht.
In meinem Buch beschreibe ich den kalten Entzug eines robusten Dreijährigen. Am ersten Tag versteckten seine Eltern alle Schnuller, am zweiten suchte er überall.
Am dritten flossen Tränen, am vierten verhandelte er. Am fünften kam die Akzeptanz, und am sechsten sagte er stolz, dass er jetzt groß ist. Bei sensibleren Kindern dauert es länger, und das ist in Ordnung.
Die 5 häufigsten Entzugserscheinungen und was hilft
Mach Dich nicht verrückt. Nicht jedes Kind zeigt alle fünf. Hier steht, was auf Dich zukommen kann und was jeweils hilft.
1. Schlafmangel
Nachts fehlt Deinem Kind das beruhigende Saugen. Es ist gewohnt, mit dem Schnuller einzuschlafen und nach dem Aufwachen wieder in den Schlaf zu finden. Ohne ihn braucht es dafür Deine Hilfe. Schaust Du nachts ins Kinderzimmer, siehst Du vielleicht, dass Dein Kind im Schlaf ohne Schnuller weiter Saugbewegungen macht.
Bleib bei Eurer Abmachung. Wird Dein Kind unruhig, sing ihm leise etwas vor, nimm es in den Arm oder halte im Bett seine Hand, damit es Dich spürt. Du kennst Schlafmangel aus den ersten Lebensmonaten Deines Lieblings. Diesmal dauert er nur ein paar Nächte. 😉
2. Schreien, Kratzen, Beißen
Dein Kind verliert etwas, das ihm jahrelang Sicherheit gegeben hat. Die Wut darüber muss raus. Je nach Temperament schreit Dein Kind oder diskutiert heftig mit Dir.
Hör zu, bleib bei Eurer Abmachung und erklär in einem Satz, warum der Schnuller weg ist.
Manche Kinder kratzen, beißen, treten oder hauen zu. Dann setzt Du eine klare Grenze. Halte sanft seine Hände fest und sag ruhig, dass Dir das wehtut. Ein Satz, der hilft: „Du bist wütend, weil Dein Schnuller fehlt. Das darfst Du sein. Hauen darfst Du nicht.“
3. Gereiztheit und Klammern
Viele Kinder sind in den ersten Tagen dünnhäutig, weinen schneller und wollen nur zu Mama oder Papa. Das ist ein gutes Zeichen: Dein Kind sucht die Sicherheit, die vorher der Schnuller gegeben hat, jetzt bei Dir. Gib ihm diese Nähe großzügig. Kuscheln, Tragen und gemeinsame Zeit sind in dieser Woche wichtiger als jeder Termin.
4. Fehlende Konzentration
Stell Dir vor, jemand nimmt Dir etwas weg, das Dir jahrelang in vielen Lagen geholfen hat. Deine Gedanken kreisen dann ständig darum. So geht es Deinem Kind gerade: Je mehr es nicht an den Schnuller denken soll, desto präsenter ist er.
Beschäftige Dein Kind deshalb mit etwas, das ihm Freude macht. Lest zusammen, bewegt Euch an der frischen Luft oder trefft Euch mit anderen Kindern. Fragt es zum zehnten Mal nach dem Schnuller, antworte kurz und immer gleich, zum Beispiel: „Dein Schnuller ist jetzt bei der Schnullerfee.“
5. Fehlender Appetit und Ersatznuckeln
Das Nuckeln ist für Dein Kind eine tiefe Gewohnheit und ein Trost. Manche Kinder suchen sich in den ersten Tagen einen Ersatz: den Daumen, den Ärmel oder den Zipfel vom Kuscheltier. Andere essen ein paar Tage weniger, weil sie aufgewühlt sind.
Beim Daumen lohnt sich ein wacher Blick. Die amerikanische Fachgesellschaft für Kinderzahnheilkunde (AAPD) schreibt, dass ein erzwungenes frühes Absetzen des Schnullers mit längerem Fingerlutschen zusammenhängt2. Den Schnuller kannst Du wegräumen, den Daumen nicht. Steckt Dein Kind ihn in den Mund, lenk es freundlich um: Gib ihm sein Kuscheltier oder Deine Hand, ohne zu schimpfen.
Isst Dein Kind ein paar Tage etwas weniger, bleib gelassen. Biete Lieblingsessen und genug zu trinken an, ohne Druck. Trinkt Dein Kind auffällig wenig oder wirkt es krank, ruf Deine Kinderarztpraxis an. Wie Du verhinderst, dass der Daumen zum neuen Schnuller wird, liest Du in meinem Beitrag Daumen nuckeln abgewöhnen.
Dein Nacht-Kompass: Der Plan für heute Nacht
Dein Nacht-Kompass: Ist das noch normal, und was hilft heute Abend?
Vier kurze Fragen, dann bekommst Du eine Einordnung, für jedes Verhalten einen Satz zum Nachsprechen und Deinen Plan für heute Nacht zum Ausdrucken. Deine Angaben bleiben in Deinem Browser, die Seite speichert und sendet nichts.
1 Wie alt ist Dein Kind?
2 Seit wann ist der Schnuller weg?
3 Was beobachtest Du bei Deinem Kind? Hak alles an, was passt.
4 Und wie geht es Dir?
Schnuller abgewöhnen: Was tun, wenn das Kind schreit und nicht zur Ruhe kommt?
Am schwersten sind die Abende. Dein Kind ist müde, der Schnuller fehlt, und es kommt nicht zur Ruhe. Dann hilft ein fester Ablauf, den Du jeden Abend gleich wiederholst:
- Früh genug anfangen: Ein übermüdetes Kind findet ohne Schnuller noch schwerer in den Schlaf. Beginn das Abendritual eine Viertelstunde früher als sonst.
- Gleiches Ritual: Zähneputzen, Buch, Lied, Licht aus. Das Kuscheltier liegt immer am selben Platz.
- Setz Dich ans Bett, leg Deine Hand auf den Rücken Deines Kindes und summ leise. Du musst nichts erklären.
- Dieselben Worte: „Ich bin da. Du schaffst das. Jetzt schlafen wir.“ Wiederhole sie, so oft es nötig ist.
- Abwechseln: Seid Ihr zu zweit, löst Euch ab. Ein ausgeruhter Elternteil tröstet besser als zwei erschöpfte.
Unsere härteste Nacht und was uns damals geholfen hat, erzähle ich in meinem Beitrag Schnuller abgewöhnen mit 4 Jahren.
Kalter Entzug oder sanfte Entwöhnung?
Beim kalten Entzug ist der Schnuller von einem Tag auf den anderen weg. Bei der sanften Entwöhnung wird er Schritt für Schritt weniger: erst nicht mehr beim Spielen, dann nicht mehr unterwegs, zuletzt nicht mehr in der Nacht.
| Kalter Entzug | Sanfte Entwöhnung | |
|---|---|---|
| Dauer | kurz: harte Phase meist drei bis fünf Tage, ruhig nach ein bis zwei Wochen | länger, oft vier Wochen und mehr |
| Entzugserscheinungen | heftiger, aber schneller vorbei | leichter, dafür über mehr Tage verteilt |
| Passt zu | robusten Kindern, bei denen der Schnuller reine Gewohnheit ist | sensiblen Kindern, die den Schnuller zum Trösten brauchen |
| Wichtig | alle Schnuller wirklich aus dem Haus | klare Regeln, wann der Schnuller noch erlaubt ist |
Welcher Weg passt, hängt von Deinem Kind ab. Manche Kinder kommen mit dem kalten Entzug gut klar, andere brauchen einen sanften Übergang. Wie ein Stufenplan Schritt für Schritt aussieht, zeige ich Dir in Schnuller abgewöhnen mit 2 Jahren. Einen 4-Wochen-Plan für die Vorbereitung findest Du in Schnuller abgewöhnen mit 3 Jahren.
Bleib dran und hol alle ins Boot
Dein Kind wird versuchen, Dich zu überzeugen oder zu überlisten. Dr. Thumeyer warnt: Scheitert ein Versuch an zu viel Nachgiebigkeit, wird der zweite umso schwerer1. Bleib also dran, und sorg dafür, dass auch Oma, Opa und die Betreuerinnen dranbleiben.
Oma und Opa meinen es gut mit den Kleinen und geben vielleicht doch mal einen Ersatzschnuller. Sprich Dich mit ihnen ab und erklär ihnen, was in den nächsten Tagen normal ist. Dasselbe gilt für die Krippe, den Kindergarten und die Tagesmutter.
Rückfall: Darf der Schnuller zurück?
Rückfälle sind normal, vor allem bei Krankheit, Stress, Eifersucht auf ein neues Geschwisterchen und großen Veränderungen. Meine Regel: Bei Fieber oder Schmerzen darf der Schnuller zurück. Gesundheit geht vor. Ist Dein Kind wieder gesund, startet Ihr neu.
Anders ist es, wenn Dein Kind traurig ist. Dann hilft Trost mehr als der Schnuller. Gibst Du ihn wegen Tränen zurück, lernt Dein Kind, dass Weinen den Schnuller zurückbringt, und der nächste Abschied wird schwerer.
Klappt es nach zwei Wochen gar nicht, passt oft der Zeitpunkt oder die Methode nicht. Gönnt Euch zwei Monate Pause und startet danach mit einem anderen Weg. Diese Pause ist Rücksicht auf Dein Kind.
Eine kurze Prüfliste, ob eine Pause sinnvoll ist, findest Du im 4-Jahre-Beitrag unter „Die Schnullerfee hat schon einmal nicht geklappt?“. Den passenden Starttag für den nächsten Anlauf rechnet Dir der Zeitpunkt-Finder aus.
Die Rückschlag-Checkliste und mein Plan für die Nächte
Oma steckt heimlich einen Schnuller zu, Dein Kind wird krank, oder nach einer Woche beginnt alles von vorn. Für solche Fälle gibt es mein Buch „Der große Schnuller-Guide“. Darin stehen mein Plan für Rückfälle, Fallbeispiele aus anderen Familien und alle 12 Methoden Schritt für Schritt.
Kann das Schnullerabgewöhnen ein Trauma auslösen?
Vielleicht hast Du genau diese Sorge, wenn Dein Kind die dritte Nacht weint. Eine Studie, die bleibende seelische Schäden durch das Abgewöhnen des Schnullers zeigt, habe ich nicht gefunden. Tränen in den ersten Tagen sind Trauer um eine Gewohnheit, und Trauer darf sein.
Was Kindern schadet, sind Druck und Beschämung. Die amerikanische Kinderärzte-Gesellschaft (AAP) schreibt, dass harte Worte, Hänseln und Strafen kein wirksamer Weg sind, eine Gewohnheit loszuwerden3. Begleitest Du Dein Kind mit Nähe, Vorbereitung und viel Lob, gibst Du ihm alles, was es für diesen Schritt braucht.
Achte auf den Unterschied zwischen Trauer und Angst. Weinen und Wut in den ersten Tagen sind Trauer, da bleibst Du liebevoll bei Deinem Plan. Wirkt Dein Kind aber über Tage verängstigt, schläft kaum noch oder zieht sich zurück, dann hör auf.
Die AAP rät, aufzuhören, sobald das Abgewöhnen Dein Kind ängstlich oder angespannt macht3. Gönnt Euch dann zwei Monate Pause und versucht es mit einem sanfteren Weg noch einmal.
Wann Du die Kinderärztin fragst
Die meisten Entzugserscheinungen brauchen keinen Arzt, nur Geduld. Ruf aber Deine Kinderärztin oder Deinen Kinderarzt an, wenn:
- Dein Kind auffällig wenig trinkt oder krank wirkt
- es Fieber oder Schmerzen hat
- sich Dein Kind nach zwei, drei Wochen immer weiter zurückzieht, statt ruhiger zu werden
- Du selbst nicht mehr kannst und Unterstützung brauchst
Außerhalb der Sprechzeiten erreichst Du den ärztlichen Bereitschaftsdienst: in Deutschland unter 116 117, in Österreich unter 1450, in der Schweiz über die Notfallnummer Deines Kantons. Im Notfall wählst Du 112 (in der Schweiz 144).
Lieber einmal zu viel gefragt als eine Woche zu lang gegrübelt.
Fazit: Die ersten Nächte sind die schwersten, und sie gehen vorbei
Die Entzugserscheinungen zeigen, dass Dein Kind etwas Wichtiges loslässt. Plan die ersten fünf Tage bewusst ruhig, gib viel Nähe und bleib bei Deinen Worten. Ist Dein Kind krank, darf der Schnuller zurück. Klappt es nach zwei Wochen gar nicht, ist eine Pause klüger als ein Machtkampf.
Mach jetzt den Nacht-Kompass, druck Dir Deinen Plan aus und leg ihn heute Abend neben das Bett. Du schaffst das! 🙂
Häufige Fragen zu Entzugserscheinungen beim Schnuller abgewöhnen
Wie lange dauern die Entzugserscheinungen beim Schnuller abgewöhnen?
Rechne mit drei bis fünf unruhigen Nächten. Meist ist nach ein bis zwei Wochen alles vorbei. Die ersten zwei Tage sucht und fragt Dein Kind, zwischen dem dritten und fünften Tag kommt oft der Tiefpunkt. Dr. Andrea Thumeyer spricht von höchstens drei besonders intensiven Tagen.
Ist das wirklich ein Entzug wie bei einer Sucht?
Nein. Der Schnuller ist eine Gewohnheit und ein Trost, süchtig ist Dein Kind nicht. Es verliert einen Tröster und eine Einschlafhilfe. Weinen, Wut und unruhige Nächte sind Trauer um diese Gewohnheit, keine körperlichen Entzugssymptome.
Was tun, wenn mein Kind ohne Schnuller schreit und nicht einschläft?
Beginn das Abendritual etwas früher, halte es jeden Abend gleich und bleib am Bett. Leg Deine Hand auf den Rücken Deines Kindes, summ leise und wiederhole immer dieselben ruhigen Worte. Seid Ihr zu zweit, wechselt Euch ab. Der Nacht-Kompass in diesem Beitrag erstellt Dir dafür einen Plan zum Ausdrucken.
Ist der kalte Entzug beim Schnuller schlimm?
Nicht für jedes Kind. Der kalte Entzug ist kürzer, aber heftiger. Er passt eher zu robusten Kindern, bei denen der Schnuller reine Gewohnheit ist. Sensible Kinder, die den Schnuller zum Trösten brauchen, kommen mit einer schrittweisen Entwöhnung meist besser zurecht.
Kann das Abgewöhnen des Schnullers ein Trauma verursachen?
Eine Studie, die bleibende seelische Schäden durch das Abgewöhnen zeigt, gibt es nach meiner Recherche nicht. Schaden können Druck, Strafen und Beschämung. Weinen und Wut in den ersten Tagen sind Trauer. Wirkt Dein Kind aber über Tage verängstigt oder angespannt, rät die amerikanische Kinderärzte-Gesellschaft (AAP), aufzuhören und es nach einer Pause noch einmal zu versuchen.
Darf mein Kind den Schnuller zurückbekommen, wenn es krank ist?
Meine Regel aus zwei Entwöhnungen: Bei Fieber oder Schmerzen darf der Schnuller zurück, Gesundheit geht vor. Ist Dein Kind wieder gesund, startet Ihr neu. Weint Dein Kind nur, weil es traurig ist, hilft Trost mehr als der Schnuller. Trinkt Dein Kind kaum oder wirkt es auffällig krank, ruf die Kinderarztpraxis an. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst Du den ärztlichen Bereitschaftsdienst: in Deutschland unter 116 117, in Österreich unter 1450, in der Schweiz über die Notfallnummer Deines Kantons. Im Notfall wählst Du 112 (in der Schweiz 144).
Mein Kind nuckelt jetzt am Daumen. Was tun?
Lenk es freundlich um, ohne zu schimpfen: Gib ihm sein Kuscheltier oder Deine Hand. Den Daumen kannst Du nicht wegräumen. Behalte ihn deshalb in den ersten Wochen im Blick. Die AAPD sieht einen Zusammenhang zwischen erzwungenem frühem Absetzen des Schnullers und längerem Fingerlutschen.
Quellen
- Apotheken Umschau: So gewöhnen sich Kinder den Schnuller ab. Mit Dr. Andrea Thumeyer, Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Hessen. Zur Quelle
- American Academy of Pediatric Dentistry: Policy on Pacifiers, 2022, überarbeitet 2024. Zur Quelle
- American Academy of Pediatrics: Pacifiers and Thumb Sucking. healthychildren.org, aktualisiert am 20.01.2026. Zur Quelle
